Digitale Barrierefreiheit
Barrierefreiheit strategisch verankern
Digitale Barrierefreiheit ist keine einzelne Aufgabe innerhalb eines Webprojekts. Sie betrifft Entscheidungen, Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe über den gesamten Lebenszyklus einer Website oder Webanwendung.
CPS berät öffentliche Auftraggeber und Unternehmen dabei, Barrierefreiheit systematisch in ihren digitalen Angeboten und Arbeitsprozessen zu verankern. Gemeinsam klären wir die Ausgangslage, ordnen Anforderungen ein und entwickeln einen realistischen Weg von einzelnen Maßnahmen zu einem dauerhaft tragfähigen Vorgehen.
Strategische Planung
Orientierung in einem komplexen Themenfeld
Rechtliche Vorgaben und Standards wie BITV, EN 301 549, WCAG, Behindertengleichstellungsgesetze und Barrierefreiheitsstärkungsgesetz setzen unterschiedliche fachliche, technische und organisatorische Rahmenbedingungen. Hinzu kommen projektspezifische Vorgaben, interne Qualitätsstandards und vertragliche Verpflichtungen.
Welche Anforderungen tatsächlich relevant sind, hängt vom Auftraggeber und dem jeweiligen Angebot ab. Eine Website einer Bundesbehörde ist anders einzuordnen als ein Onlineshop, ein Fachportal oder eine interne Webanwendung.
CPS hilft, die relevanten fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen zu verstehen und in konkrete Konsequenzen für Projekte und Organisation zu übersetzen. Die Beratung schafft Orientierung, ersetzt jedoch keine verbindliche Rechtsberatung.
Den aktuellen Stand realistisch bewerten
Viele Organisationen wissen, dass sie bei der Barrierefreiheit handeln müssen. Häufig fehlt jedoch ein belastbares Gesamtbild: Welche Angebote sind betroffen? Wo bestehen die größten Risiken? Welche Teams tragen Verantwortung? Und welche Maßnahmen haben Vorrang?
CPS betrachtet deshalb neben den digitalen Angeboten auch vorhandene Prozesse, Zuständigkeiten und Kompetenzen. Bereits durchgeführte Tests, bekannte Barrieren, bestehende Erklärungen zur Barrierefreiheit und interne Vorgaben werden in die Bewertung einbezogen.
Das Ergebnis ist eine nachvollziehbare Einschätzung der Ausgangslage. Sie zeigt, wo kurzfristiger Handlungsbedarf besteht und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, damit Barrierefreiheit künftig verlässlich berücksichtigt wird.
Zielbild und Roadmap entwickeln
Aus der Bestandsaufnahme entwickelt CPS gemeinsam mit dem Auftraggeber ein Zielbild. Es beschreibt, welcher Zielzustand erreicht werden soll, welche Anforderungen dafür maßgeblich sind und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen.
Nicht jede Maßnahme kann gleichzeitig umgesetzt werden. Deshalb werden Empfehlungen priorisiert und in eine Roadmap überführt. Dabei berücksichtigen wir Risiken, verfügbare Ressourcen, laufende Projekte und technische Abhängigkeiten.
Die Roadmap kann kurzfristige Verbesserungen ebenso enthalten wie langfristige Aufgaben: die Qualifizierung von Mitarbeitenden, die Überarbeitung von Beschaffungsprozessen, die Einführung prüfbarer Qualitätskriterien oder die Vorbereitung eines barrierefreien Relaunchs.
Verantwortung und Umsetzung
Verantwortlichkeiten und Abläufe klären
Barrierefreiheit bleibt oft liegen, wenn sie keiner Rolle eindeutig zugeordnet ist. Redaktion, Design, Entwicklung und Projektleitung gehen dann davon aus, dass ein anderes Team die notwendigen Entscheidungen oder Prüfungen übernimmt.
CPS berät dazu, wie Verantwortlichkeiten sinnvoll verteilt werden können. Gemeinsam legen wir fest, wann Anforderungen formuliert, Entscheidungen geprüft und externe Fachleute einbezogen werden sollten. Auch der Umgang mit gemeldeten Barrieren und die Pflege der Barrierefreiheitserklärung können in diesen Prozess aufgenommen werden.
Ziel ist kein zusätzlicher Freigabeapparat. Barrierefreiheit soll dort berücksichtigt werden, wo Inhalte, Gestaltung und Funktionen ohnehin entstehen.
Barrierefreiheit in Relaunch und Ausschreibung
Bei einem Relaunch werden wichtige Weichen früh gestellt. Anforderungen an Barrierefreiheit müssen deshalb bereits in Leistungsbeschreibung, Projektstruktur und Abnahmeverfahren berücksichtigt werden.
CPS unterstützt Auftraggeber dabei, eindeutige und prüfbare Anforderungen zu formulieren. Wir beraten zu geeigneten Nachweisen, sinnvollen Prüfpunkten und der Frage, welche Kompetenzen ein Umsetzungspartner mitbringen sollte.
Auch bei bereits vorbereiteten Ausschreibungen oder Konzepten kann CPS eine beratende Rolle übernehmen. Dabei identifizieren wir unklare Vorgaben, fehlende Verantwortlichkeiten und Anforderungen, die sich in der späteren Umsetzung kaum verlässlich überprüfen ließen.
Beratung für Leitung, Redaktion, Design und Entwicklung
Die notwendigen Entscheidungen unterscheiden sich je nach Rolle. Leitung und Projektverantwortliche benötigen Klarheit über Risiken, Ressourcen und Zuständigkeiten. Redaktionen müssen wissen, welche Anforderungen ihren Arbeitsalltag betreffen. UX- und UI-Teams brauchen verlässliche Leitlinien für Konzepte, Gestaltung und Designsysteme. Qualitätssicherung benötigt klare Kriterien, Prüfpunkte und Eskalationswege.
CPS kann ebenso Entwicklungsteams und technische Dienstleister beraten. Dabei geht es nicht um allgemeine Einführungskurse, sondern um die fachliche Einordnung konkreter Architektur-, Komponenten- und Umsetzungsentscheidungen. Unsere Beratung bleibt dadurch nicht auf einer abstrakten oder juristischen Ebene stehen.
Auch mehrere beteiligte Agenturen lassen sich in ein gemeinsames Vorgehen einbinden. Das ist besonders bei umfangreichen Plattformen hilfreich, deren Inhalte und technische Komponenten von unterschiedlichen Dienstleistern betreut werden.
Leichte Sprache und Barrierefreiheit
Leichte Sprache und KI einordnen
Leichte Sprache ist ein eigener Bestandteil zugänglicher digitaler Kommunikation. Organisationen müssen klären, welche Inhalte benötigt werden, wie Übertragung und Prüfung organisiert sind und wie die Veröffentlichung in bestehende Redaktionsprozesse passt.
CPS berät zu diesen Abläufen und zur möglichen Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Für das Bundesgesundheitsministerium hat CPS SUMM.AI in die Website integriert. Aus diesem Projekt kennen wir die organisatorischen und technischen Fragen, die beim Einsatz KI-gestützter Leichter Sprache entstehen.
KI kann die Erstellung vorbereiten und beschleunigen. Sie ersetzt jedoch keine geregelte fachliche Prüfung und Freigabe. CPS hilft dabei, beide Schritte sinnvoll miteinander zu verbinden.
André Franke hat beim Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Hamburg eine 47 Unterrichtseinheiten umfassende Fortbildung mit Leistungsnachweis abgeschlossen. Diese Qualifikation fließt in die Beratung zu Sprache, Prozessen und verständlicher digitaler Kommunikation ein.
Fachliche Erfahrung als Beratungsgrundlage
CPS arbeitet seit mehr als 14 Jahren für oberste Bundesbehörden und kennt die Anforderungen umfangreicher öffentlicher Webangebote. Diese Erfahrung umfasst organisatorische Rahmenbedingungen ebenso wie Redaktion, Gestaltung, Entwicklung und laufenden Betrieb.
Sebastian Jansen ist als Certified Professional in Accessibility Core Competencies (CPACC) durch die International Association of Accessibility Professionals zertifiziert. Er verbindet Accessibility-Fachwissen mit Erfahrung in UX, UI und Frontend-Entwicklung.
Der BIK BITV-Test Prüfverbund führt CPS als empfehlenswerte Agentur. Für die Website des Bundesumweltministeriums erhielt CPS 2024 bei den TYPO3 Awards den Special Prize "Accessibility".
Diese Qualifikationen und Projekterfahrungen helfen dabei, Empfehlungen fachlich fundiert und praktisch umsetzbar zu entwickeln.
Ergebnisse der Beratung
Was Auftraggeber erhalten
Das Ergebnis der Beratung richtet sich nach Ausgangslage und Zielsetzung. Typischerweise entsteht eine dokumentierte Bewertung des aktuellen Stands mit Zielbild, priorisierten Handlungsempfehlungen und einer realistischen Roadmap.
Hinzu kommen Vorschläge für Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und geeignete Qualitätsprozesse. Bei Relaunches und Ausschreibungen können daraus konkrete Anforderungen und überprüfbare Abnahmekriterien abgeleitet werden.
Audits, Tests, Schulungen, Texterstellung und technische Umsetzung können anschließend separat beauftragt werden.